Rückläufige Besucherzahlen in Chemnitzer Museen – Zeugnis mangelnden Stadtmarketings!

prof. dr. andreas schmalfussAus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Ratsanfrage (RA-025/2014) zu den Besucherzahlen- und Besucherentwicklungen der Chemnitzer Museen 2012 und 2013 geht hervor, dass vor allem die Städtischen Museen sowohl starke Einbußen in den Besucherzahlen als dadurch bedingt auch bei den Eintrittsgeldern zu verzeichnen hat.

Natürlich sind individuelle Entwicklungen wie Hochwasser oder fehlende Sonderausstellungen als Begründung des Rückgangs ins Feld zu führen, dennoch kann das nicht den Rückgang um teilweise mehr als 50 Prozent erklären.

Dazu Prof. Dr. Andreas Schmalfuß:
„Wieder einmal mangelt es offensichtlich an einem geeigneten Stadtmarketing, das sowohl die Städtischen als auch die Freien Museen als Besuchermagnet bewirbt. Die Zusammenarbeit der Museen untereinander muss verbessert werden, insbesondere zwischen den Kunstsammlungen und dem Industriemuseum. Hier muss seitens der Stadt ein
stärkeres Miteinander vorangetrieben werden.

Eine Möglichkeit ist das Anbieten von verschiedenen Kombitickets für die Einrichtungen, etwa nach bestimmten Genres wie Industriekultur oder auch genreübergreifend. Im Museum Gunzenhauser beispielsweise sind Chemnitzer Künstler zu sehen, die erst durch den industriellen Aufstieg der Stadt Chemnitz, welcher eindrucksvoll im Chemnitzer Industriemuseum zu erleben ist, zu ihrem Ruhm gelangen konnten.

Durch die FDP Chemnitz wurde bereits in den vergangenen Jahren das Einrichten einer so genannten „Museumsmeile“ – etwa von der Neefestraße über die Zwickauer Straße bis hin zur Bahnhof- und Theaterstraße nach Hilbersdorf – angeregt, um damit die Museen auch per Nahverkehr besser abzubinden und miteinander zu verknüpfen. Hier fehlt es jedoch an einem schlüssigen Gesamtkonzept seitens der Stadt.“