Entscheidung der Stadtverwaltung zu Chemnitzer Gaslaternen nicht hinnehmbar – Identitätsraub an unserer Stadt

prof. dr. andreas schmalfussZum Artikel der „Freie Presse“ vom 25.09.13 : „Ein Viertel aller Gaslaternen soll verschwinden“ stellt Prof. Dr. Andreas Schmalfuß, FDP Kreisvorsitzender, 3. Vizepräsident des Sächsischen Landtag und Stadtrat, fest:

„Die Pläne des Stromversorgers „eins energie in sachsen“ bis 2017 106 der noch vorhandenen 423 historischen Gaslaternen im Stadtgebiet durch moderne Leuchten ersetzen zu wollen, halte ich für falsch.
Den Unmut der Anwohner kann ich gut verstehen. Durch die Demontage und das Ersetzen der historischen Gaslaternen durch elektrische Straßenleuchten geht ein Stück Chemnitzer Identität und Geschichte verloren.
Das Straßenbild der alten Gaslaternen mit den historischen Häusern in den genannten Stadtvierteln wird durch moderne Leuchtanlagen nachhaltig geschädigt. Gerade Stadtviertel wie dem Sonnenberg auch noch dieser historischen Besonderheit zu berauben finde ich nicht hinnehmbar, denn auch und gerade dort gibt es doch den von der Stadtverwaltung ins Feld geführten „besonders hohen gestalterischen Anspruch“!
Natürlich sind auch die Gründe der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes und der Energieeffizienz nachvollziehbar. Diese sind aber ins Verhältnis der Attraktivität und Ästhetik unserer Stadt zu setzen. Hinzu kommt, dass sich die Umrüstung nicht unmittelbar, sondern erst über Jahre und auch dann nur unter der Maßgabe schneller steigender Gaspreis im Verhältnis zum Strom, amortisiert.

Denkbar wäre etwa ein Umrüsten der bestehenden historischen Leuchten von Gas- auf elektrischen Betrieb mit dem entsprechenden vom Gesetzgeber geforderten höheren Beleuchtungsniveau“.