JENS WEIS: 151 Mitarbeiter in Stadtverwaltung langzeiterkrankt – Personalkonzept und Arbeitsabläufe auf den Prüfstand stellen

JensWeisGemäß einer FDP-Stadtratsanfrage wurde deutlich, dass 151 Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung im Jahr 2012 langzeiterkrankt waren. Hierzu erklärt Jens Weis (FDP-Oberbürgermeisterkandidat):

„In der Chemnitzer Stadtverwaltung zu arbeiten schadet zunehmend der Gesundheit. Die Zahl der Langzeiterkrankten ist alarmierend. Frau Ludwig hat es versäumt, frühzeitig Arbeitsabläufe auf den Prüfstand zu stellen. Deutlichstes Beispiel für das Versagen waren unzureichende Konsequenzen im Fall der Grünflächenamtsleiterin. Über Jahre hinweg litten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter ihrem Führungsstil. Die Verwaltungsspitze hat tatenlos zugesehen, anstatt frühzeitig Konsequenzen zu ziehen.

In den kommenden Jahren spitzt sich die Situation aufgrund der Altersstruktur weiter zu. In der Stadtverwaltung müssen daher Personalkonzept und Arbeitsabläufe auf den Prüfstand. Zudem muss endlich ein IT-Konzept umgesetzt werden, welches Verwaltungsvorgänge für Bürger und Mitarbeiter vereinfacht und beschleunigt.“

Jens Weis schlägt in seinem Wahlprogramm insbesondere folgende Punkte für eine moderne und transparente Verwaltung vor:

1. Einstellungskorridor eröffnen: Es bedarf eines Personalkonzepts, dass Einstellungskorridore für junge Mitarbeiter eröffnet, um den Altersabgängen gerecht zu werden.

2. Verwendungsbreite der Mitarbeiter erhöhen: Es ist ein Fortbildungskonzept notwendig, welches die Mitarbeiter frühzeitig auf neue Aufgaben vorbereitet und den Wechsel zwischen Ämtern erlaubt.
Somit lässt sich der Personaleinsatz bedarfsgerechter und bürgernäher steuern. Den Mitarbeitern müssen die notwendigen Kompetenzen an die Hand gegeben und ihnen Ängste vor neuen Aufgaben genommen werden.

3. Rotationsprinzip: In vielen Situationen ist eine ämterübergreifende Abstimmung notwendig, um rechtssichere Aussagen zu treffen. Die Verwaltungsspitze muss dafür Sorge tragen, dass die Kommunikation unter den Ämtern verbessert wird. Ein Austausch von Mitarbeitern zwischen den Ämtern nach einem festen Rotationsprinzip verbessert „den Blick über den Tellerrand“.

4. Genehmigungsfiktion ausweiten: Das Instrument der Genehmigungsfiktion muss deutlich ausgeweitet werden. D.h. wenn ein Antrag nicht innerhalb einer gesetzten Frist genehmigt wird, gilt er als genehmigt. Das hilft Bürgern und Unternehmern. Im Rahmen der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie mussten die Kommunen dies bereits angehen. Das Instrument wird aber nicht umfassend genug genutzt.

5. Aufgabenbeschränkung: Zusammen mit dem Stadtrat muss darauf hingewirkt werden, dass Aufgaben der Stadtverwaltung gezielt auf ihre Notwendigkeit hin überprüft werden. Eine bürgernahe und transparente Verwaltung muss sich auf das Nötige beschränken. Geschieht das nicht, steigen die Kosten für die Bürger und die Transparenz leidet. Hier ist auch der Stadtrat gefordert. Wenn immer neue Projekte und Beteiligungen der Stadt gefordert werden, verwundert es nicht, dass dies mit dem vorhandenen Personal schwieriger wird.

6. Verantwortung klar regeln: Die derzeitige Oberbürgermeisterin hat alles zur Chef(innen)sache gemacht. Wer aber alles zur Chefsache macht, hält seine Mitarbeiter für Idioten. Damit wird nur eines erreicht: Die Motivation und das Engagement der Mitarbeiter sinkt auf Null, wenn ihre Fachkompetenz letztlich nicht mehr gefragt ist. Die Mitarbeiter brauchen stattdessen klare Ziele und Verantwortlichkeiten.

7. Die Umsetzung eines IT-Konzeptes, welches Verwaltungsvorgänge beschleunigt, darf nicht länger aufgeschoben werden.