Tierparkkonzept: Eigene Schwerpunkte setzen anstatt Leipzig kopieren

JensWeisZum nunmehr vorgelegten Konzept für den Tierpark Chemnitz erklärt Jens Weis (FDP-Oberbürgermeisterkandidat):

„Das vorgelegte Tierparkkonzept schlägt vor, den Tierpark um eine Gorilla-Anlage zu erweitern. Anstatt für eine billige Kopie des Leipziger Zoos das Geld rauszuschmeißen, sollte Chemnitz vielmehr überlegen, eigene Schwerpunkte zu setzen. Es bringt nichts, die Attraktionen zu kopieren, die andernorts bereits erfolgreich laufen. Das wird dauerhaft keinen Besucheransturm für den Tierpark auslösen.

Dem Tierpark Chemnitz ist nur dann dauerhaft geholfen, wenn das Besucherinteresse gesteigert werden kann. Dazu braucht es aber Attraktionen, die eigene Akzente setzen und das Besucherinteresse vor allem von den deutlich interessanteren Einrichtungen in Leipzig und Dresden umlenken. Ich halte es in Anbetracht der finanziellen Handlungsunfähigkeit der Stadt für Unsinn, weitere Außengehege für Tierarten anzulegen, die andernorts bereits etablierte Attraktionen sind. Schon bei der nötigen Sanierung der bisherigen Außenanlagen muss überlegt werden, welcher Tierbestand im Sinne einer Schwerpunktsetzung reduziert werden kann.

Es wäre nicht hilfreich, Außenanlagen für Tierbestände zu sanieren, die ohne Weiteres im Umland oder in Leipzig und Dresden besucht werden können. Schwerpunktsetzung bedeutet deshalb konkret: Vivarium und Marketing stärken andere Bereiche reduzieren! Das vorgelegte Tierparkkonzept stellt als Alleinstellungsmerkmal das Amphibienhaus – das Vivarium – heraus und verweist darauf, das dessen Bedeutung im Logo mit dem stilisierten Frosch unterstrichen wird. Das reicht aber nicht aus. Alleinstellungsmerkmale müssen auch vermarktet werden! Das fängt schon bei einer ansprechenden Homepage an.

Das Chemnitzer Problem liegt darin, dass wir uns Einrichtungen leisten, die noch auf eine Stadt mit über 300.000 Einwohnern ausgelegt sind. Besucher aus der Stadt allein reichen aber schon lange nicht mehr aus, um die Einrichtungen am Leben zu erhalten. Es muss also darum gehen, Schwerpunkte zu bilden, die Besucher von außerhalb anziehen.

Es war im Übrigen nur den Jungen Liberalen im Jahr 2005 geschuldet, dass der Tierpark im Stadtgebiet überhaupt endlich ausreichend ausgeschildert wurde. Im Vorfeld des damaligen Tierparkfestes (10. bis 12. Juni 2005) wurde deutlich, dass Auswärtige den Tierpark gar nicht fanden. Ich habe damals gemeinsam mit den Jungen Liberalen Schilder im Stadtgebiet aufgehängt, um auf diese Misere hinzuweisen. Im Anschluss sah sich die Stadt genötigt, die Beschilderung zu verbessern.“