Haus der Jugend – Zwischenlösung kostet Geld und bringt nichts

Zur Diskussion um das „Haus der Jugend“ erklärt Jens Weis (FDP-Oberbügermeisterkandidat):

„Es ist völlig sinnfrei, das Haus der Jugend als Zwischenlösung in der Heinrich-Lorenz-Straße unterzubringen. Das kostet Zeit, Geld und bringt nichts. Es werden dabei nur die Akten von einer Ecke der Stadt zur anderen getragen und man kann für die Betroffenen nur hoffen, dass bei dem ganzen Umzugsstress im Jahres- oder Zweijahresturnus keine verloren geht. Zudem ist zweifelhaft, ob überhaupt für alle Teilnehmenden am Projekt an der Heinrich-Lorenz Straße Platz ist.

Eine Lösung auf dem Brühl ist zu begrüßen. Allerdings müssen dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen. Ein Objekt auf dem Brühl muss schließlich auch ausreichend Parkmöglichkeiten für Mitarbeiter und Besucher bieten ohne dass das zu Lasten der Anwohner oder potentieller Neumieter geht. Dafür noch ein bis zwei Jahre zu warten ist richtig.

Im Übrigen ist es aber falsch, erst auf die Belebung des Brühls zu warten, um dann dorthin umzuziehen. Bei der Ansiedlung von Behörden im Stadtgebiet geht es nicht zuerst darum, wo der beliebteste Ort ist, im Gegenteil mit Behördenstandorten wird erst Stadtentwicklung und Stadtgestaltung effektiv umgesetzt. In den vergangenen Jahren hat das die Stadt Chemnitz leider nicht begriffen und damit gerade für den Brühl Perspektiven verschlafen. Die Chance, die städtische Musikschule in die ehemalige Liebknechtschule auf den Brühl zu ziehen wurde vertan und damit eine frühere Initialzündung verhindert.

Dass das ganze Konzept „Haus der Jugend“ aber alle Probleme bei der Antragsbearbeitung auflöst, bezweifle ich stark. Der Austausch zwischen den Behörden und Ämtern ist schließlich an strenge datenschutzrechtliche Kriterien gebunden. Es ist also eine Illusion, dass Betroffene de facto eine Rund-Um-Sorglos-Lösung erhalten. Der nötige Austausch und die Weitergabe von Daten zwischen den Ämtern behindert teilweise eine schnelle und sachgerechte Bearbeitung. Die Konsequenz sind Nachfragen, Nachforderungen und längere Bearbeitungszeiten. Hier wäre anzusetzen, um wirklich etwas Grundlegendes zu bewirken. Das ist außerdem ein Grund, warum Leistungsmissbrauch im Sozialsystem möglich ist. Behörden arbeiten zum gleichen Fall nebeneinander her ohne voneinander relevante Informationen zu erhalten.”