Theater Chemnitz: OB Ludwig spielt auf Zeit – Hausaufgaben nicht gemacht

JensWeisAufgrund einer FDP-Stadtratsanfrage (RA-411/2012) wurden die Besucherzahlen und der Kostendeckungsgrad der Theater Chemnitz deutlich. Das führte zu Empörungen unter einigen Stadtratsfraktionen.

Hierzu erklärt Jens Weis (FDP-Oberbürgermeisterkandidat):

„Die Empörung einiger Stadtratsfraktionen zu den Besucherzahlen und dem geringen Kostendeckungsgrad der Theater Chemnitz sind geradezu lächerlich. Insbesondere die SPD sollte sich an die eigene Nase fassen, hat sie in Person der Oberbürgermeisterin doch in den vergangenen Jahren keine Lösungskonzepte für die Theater Chemnitz entwickelt. Ein Konsolidierungskonzept, welches unter dem scheidenden Intendanten Dr. Helmich entwickelt wurde, kam nie an das Licht der Öffentlichkeit. Die Diskussion zur Zukunft der Theater Chemnitz wurde von Frau Ludwig bewusst gescheut.

Nunmehr werden die Theater Chemnitz erneut vor einer Zerreißprobe stehen, weil Frau Ludwig auf Zeit gespielt hat. Aufgrund der Verhandlungen zu einem neuen Tarifvertrag werden die alten Fragen wie schon 2008 aufgeworfen. Chemnitz muss sich entscheiden, ob es sich zukünftig ein 5 Sparten Haus leisten möchte, wie der steigende Sanierungsbedarf des Häuser (ca. 8,5 Mio. Euro, lt. RA-373/2011) abgebaut werden kann und wie Hoch- und Breitenkultur in Chemnitz gewichtet werden sollen.

Wir brauchen daher jetzt Gespräche mit allen Beteiligten. Es müssen insbesondere die Fragen geklärt werden, wie Besucherzahlen gesteigert werden können und wie die laufenden Kosten durch eine Vielzahl von Betriebsstätten reduziert und der Sanierungsstau behoben werden kann. Diese Fragen müssen mit einem zeitlichen Umsetzungskonzept unterlegt werden.

Anstatt erst die Oberbürgermeisterwahl abzuwarten, müssen bereits jetzt ehrliche Diskussionen zur Zukunft der Theater Chemnitz geführt werden. Jedes Mal dem Intendanten den Schwarzen Peter zuzuschieben ist verantwortungslos und unehrlich. Wird diese Strategie weiter verfolgt wechseln zwar die Intendanten aber das Theater wird trotzdem an die Wand gefahren.

Zuerst muss der Stadt klar sein, was sie will und wie eine dauerhaft auch finanziell tragfähige Lösung aussehen kann. Kommt diese Diskussion nicht, werden die Künstler verunsichert und die Verantwortung erneut zwischen Stadt und Intendanten hin- und hergeschoben.“