FDP-Stadtrat und stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Chemnitz begrüßt die Entscheidung der Regierungskoalition in Sachsen zur Schaffung eines Gedenkortes Kaßberg

wolgang-leschDie sächsische Regierungskoalition plant im kommenden Doppelhaushalt zu Gunsten der „Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft“ Gelder im Umfang von insgesamt 900.000 Euro einzustellen. Die Gelder sollen dann für die Schaffung eines Gedenkortes Kaßberg in Chemnitz zur Verfügung stehen. Der Wille der Regierungskoalition ist es, einen angemessenen und offenen Gedenkort zur Bewahrung und Präsentation der Geschichte der größten Abschiebehaftanstalt der DDR sicherzustellen. Der Sächsische Landtag hatte mit der Landtagsdrucksache 5/7548 die Einrichtung des Gedenkortes beschlossen.

Wolfgang Lesch (Jahrgang 1954), 1970 selbst Insasse der MfS-Untersuchungshaftanstalt und heute Stadtrat und stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP in Chemnitz, äußerte sich dazu wie folgt:

„Ich freue mich, dass sich die sächsische Regierungskoalition für die Schaffung eines angemessenen und offenen Gedenkortes auf dem Chemnitzer Kaßberg einsetzt und hierfür in den kommenden beiden Jahren Geld für die Umsetzung im Landeshaushalt eingestellt hat. Die ehemalige Haftanstalt war die größte Abschiebehaftanstalt der DDR. Insofern halte ich es für richtig und wichtig, für junge und folgende Generationen gerade an diesem Ort etwas Authentisches zu schaffen, was die Historie dokumentiert und aufzeigt, wie und wo Menschen Unrecht widerfuhr. Noch heute spüre ich ein deutliches Unwohlsein, wenn ich die Hohe Straße des Chemnitzer Kaßbergs entlangkomme. Ich denke, dies bringt zum Ausdruck, was hinter diesen Mauern in den Jahren nach 1957 bis zur Wende geschah. Ich musste meinen 16. Geburtstag als heranwachsender Jugendlicher in U-Haft verbringen, nachdem ich noch 15-jährig aus der Schule hierhin verbracht wurde. Mein Vergehen waren Flugblätter mit Losungen zur Wiedervereinung der beiden deutschen Staaten. Die geplante Verteilaktion wurde an das MfS verraten und ich inhaftiert.“