Wissenschaftsfreiheit nicht einem grünen Zeitgeist opfern

Die Grünen-Fraktion im Landtag fordert, die Forschung auf dem Gebiet der Kerntechnik und -sicherheit in Sachsen einzustellen. Ein Grünen-Abgeordneter begründete dies, es sei „aberwitzig, zwei Professuren mit Steuergeldern zu finanzieren, die weiter an der Atomenergie festhalten wollen“. Es sei nicht einzusehen, „Dinge öffentlich zu finanzieren, die gesellschaftlich nicht gewollt sind“.

Dazu erklärt Prof. Dr. Andreas Schmalfuß, forschungs- und technologiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:

„Die Grünen entlarven sich mit ihrer Forderung als Gegner von Fortschritt und Technologie sowie Befürworter von Denkverboten. Die selbsternannten Hüter der Wissenschaftsfreiheit wollen sogar Professoren loswerden, die auf den ‚falschen‘ Gebieten forschen und eine ‚falsche‘ Meinung lehren. Wer nicht wie die Grünen denkt, dem gehört der Hahn zugedreht – nicht nur jedem Bündnisgrünen, der seine Wurzeln in der friedlichen Revolution von 1989 hat, muss da vor Entsetzen das Haar zu Berge stehen. Die Freiheit von Forschung und Lehre darf auf keinen Fall einem grünen Zeitgeist geopfert werden!

Deutschland ist in Sachen Kerntechnik und -sicherheit bestens aufgestellt und genießt international einen guten Ruf. Für Sachsen trifft das in besonderem Maße zu. Dies dürfen wir nicht über Bord werfen. Auch wenn Deutschland nun hastig die Nutzung der Atomenergie über Bord wirft: Wir sind damit eine Insel. In unseren direkten Nachbarländern sind fast 100 Kernkraftwerke in Betrieb, Bau oder Planung. Deutsches Know-How und deutsche Sicherheitsstandards werden auch weiterhin im Ausland gebraucht. Dies würde erst dann enden, wenn es weltweit überhaupt keine Nutzung der Kernenergie mehr gäbe.“