Eiertanz um Industriemuseum beenden – Zukunft des Sächsischen Industriemuseums Chemnitz sichern

Medienberichten zufolge wurden EU-Projektmittel seitens der Sächsischen Aufbaubank für das Industriemuseum in Chemnitz noch immer nicht bewilligt. In der Folge wurden bereits Teile des Industriemuseums Chemnitz geschlossen. Dem Museum fehlen allein in diesem Jahr 160.000 Euro. Eine im August geplante Ausstellung anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Hartmann – dem sächsischen Lokomotivkönig – ist damit ebenfalls in Gefahr.

Hierzu erklärt der Chemnitzer Landtagsabgeordnete und Stadtrat Prof. Dr. Andreas Schmalfuß:

„Mit dem Eiertanz um die Finanzierung des Chemnitzer Industriemuseums muss endlich Schluss sein. Die Absenkung der Landeszuschüsse um jährlich sieben Prozent muss beendet werden. Die Staatsregierung muss ihrer Verantwortung für die sächsische Industriegeschichte nachkommen. Dazu bedarf es umgehend einer langfristigen und tragfähigen Finanzierungslösung, die vor allen die laufenden Kosten für den Erhalt und die Bewirtschaftung deckt.

Dass die Staatsregierung dafür bisher allein Projektmittel bereitstellen will, ist keine Lösung. Damit die Projekte überhaupt umgesetzt werden können, müssen zuerst die laufenden Betriebskosten und vor allem die Mitarbeiterkosten gedeckt sein. Wenn jetzt sogar diese Projektmittel immer noch nicht bewilligt wurden, muss sich die Staatsregierung fragen lassen, ob sie überhaupt noch ein ernsthaftes Interesse am Zweckverband Sächsischer Industriemuseen hat.

Sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die ehrenamtlichen Helfer des Chemnitzer Industriemuseums brauchen endlich Klarheit und Zukunftssicherheit. Wer deren großartiges Engagement mit zweifelhaften Finanzierungslösungen aller paar Monate in Frage stellt, der hat kein Verständnis für unsere Landesgeschichte.

Die FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag forderte bereits die Schaffung eines Landesmuseums, das dauerhaft die sächsische Industriekultur bewahrt und auf eine solide Finanzierungsgrundlage stellt. Leider hat sich die Koalition aus CDU und SPD diesem Vorschlag nicht angeschlossen.“

Eduard Jenke
Pressesprecher
FDP Chemnitz

Datum: 20090614