Gesetzliche Rettungszeiten verfehlt – Chemnitz und Stollberg Schlusslicht in der Region

Seit drei Jahren wird die gesetzliche Fahrzeit für Notfallrettungen in Sachsen weit überschritten. Am längsten müssen Notfallopfer im Weißeritzkreis auf schnelle medizinische Hilfe warten. Laut einer Antwort des Sächsischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag (Drucksache 4/5647) kommt dort jeder vierte Einsatzwagen zu spät am Rettungsort an. In der Stadt Leipzig können Notfallopfer dagegen bei 96,8 Prozent aller Einsätze mit dem Eintreffen des Rettungswagens innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit rechnen. In der Region Chemnitz ist der Rettungszweckverband Chemnitz/Stollberg mit 81,1 Prozent trauriges Schlusslicht bei den Rettungszeiten. Die schnellste Hilfe kommt hier im Landkreis Mittweida, wo 93,8 Prozent aller Einsatzwagen rechtzeitig eintreffen.

Laut Gesetz soll der Einsatzort zur Notfallrettung innerhalb von zehn Minuten erreichbar sein. Durch die so genannte „Hilfsfrist“ werden Notfallfahrten auch dann gesetzlich eingehalten, wenn Rettungsfahrzeuge bei 95 Prozent der Einsätze in zwölf Minuten am Notfallort sind. Bei zwölf Landkreisen, Rettungszweckverbänden und Städten in Sachsen liegt der Wert von 2003 bis 2005 jedoch ständig unter 90 Prozent.

Dazu erklärt der Chemnitzer FDP-Abgeordnete Dr. Andreas Schmalfuß:

„Seit Jahren treffen Rettungswagen bei vielen Einsätzen in Sachsen zu spät beim Notfallpatienten ein. Gerade wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, zählt jedoch jede Minute. Angesichts der Zahlen ist es ein Armutszeugnis, dass die Staatsregierung die notwendige Überarbeitung des Landesrettungsdienstplanes weiter schleifen lässt. Für die Verspätungen sind nicht allein Straßenschäden und Bauarbeiten verantwortlich.

Die im Landesrettungsdienstplan enthaltenen Vorgaben zu den Standorten der Rettungsleitstellen, zur Fahrzeuganzahl und zum Personal müssen dringend an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Es darf nicht sein, dass an der Rettung von Notfallopfern gespart wird.“

Datum: 20060801