FDP bringt Gesetzentwurf zum Erhalt von Schulen im ländlichen Raum ein

Die FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag will mit einem eigenen Gesetzentwurf Schulstandorte im ländlichen Raum erhalten. Wie der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Herbst, am Montag in Dresden mitteilte, werde die Fraktion am Mittwoch eine entsprechende Vorlage im Parlament einbringen. „Trotz des erwarteten Rückgangs der Schülerzahlen wollen wir überlange und extrem strapaziöse Schulwege für Schüler vermeiden“, sagte Herbst. „Lange Schulwege von teilweise bis zu einer Stunde führen bereits jetzt zu völlig übermüdeten und kaum noch leistungsfähigen Schülern. Wir wollen, dass die Schüler Mathe und Deutsch lernen, nicht Busfahren.“

Nach Vorstellung der FDP solle der Schulweg bei Grundschulen in der Regel nicht länger als 20 Minuten, bei Mittelschulen und Gymnasien nicht länger als 35 Minuten dauern. Wenn 30 Prozent der Schüler einer Klasse einen längeren Schulweg haben, solle von der vorgeschriebenen Mehrzügigkeit und den Mindestschülerzahlen abgewichen werden dürfen. „Diese Ausnahmeregel würde kleineren Schulen im ländlichen Raum eine Überlebenschance bieten. Damit bliebe die Attraktivität des ländlichen Raumes für Familien erhalten“, so Herbst.

Der FDP-Gesetzentwurf ist im Elektronischen Dokumentenarchiv des Sächsischen Landtages unter der Drucksachennummer Drs 4/0511 zu finden.

Datum: 20050118