Sachsen-FDP kritisiert Schulschließungspolitik

Die sächsische FDP hat die Schulpolitik der Landesregierung scharf kritisiert. Die Verteidigung der Schulschließungen durch Kultusminister Karl Mannsfeld (CDU) zeugten nach Ansicht des FDP-Landesvorsitzenden Holger Zastrow von mangelnder Kreativität und falscher Schwerpunksetzung in der sächsischen Bildungspolitik. Die Nichtzulassung neuer Klassen werde zu einem „Schulsterben auf Raten“ führen: „Nach dem bereits mit der letzten Schulnetzplanung die Schullandschaft massiv ausgedünnt wurde, steht jetzt ein zweiter Kahlschlag bei Mittelschulen und Gymnasien bevor. Es ist nicht nachvollziehbar, Schulen zu schließen, in die aufgrund ihrer bisherigen Bestandsgarantie massiv investiert wurde.“ Der FDP-Landeschef warnte davor, dass es zukünftig ganze Regionen in Sachsen gebe, die frei von Mittelschulen und Gymnasien sind. Die rigide Schulschließungspolitik der CDU-Landesregierung bedeute nicht nur eine dramatisch gesunkene Lebensqualität in vielen ländlichen Regionen. Sie belaste vor allem die Schüler. „Wer bereits um fünf Uhr aufstehen muss, um rechtzeitig am Schulbus zu sein, dem fehlt die Konzentration im Unterricht. Das Ergebnis der radikal ausgedünnten Schullandschaft sind übermüdete und überforderte Schüler“, so Zastrow. „Kindheit sieht anders aus“, sagte der FDP-Chef wörtlich. Die von der Landesregierung verursachten Schulschließungen beschleunigten zudem die Abwanderung aus strukturschwachen, ländlichen Regionen. Die sächsische FDP fordert einen radikalen Kurswechsel in der sächsischen Schulpolitik. So sollen wohnortnahe Schulen erhalten bleiben, die Diskriminierung freier Schulträger bei der Finanzierung beendet und die Mindestschülerzahl auf 16 pro Klasse gesenkt werden. Die Zulassung jahrgangsübergreifenden Unterrichts und von Schulverbünden ermögliche auch Schulen mit einer vorübergehend geringeren Schülerzahl das Überleben.

Datum: 20040709