Liberaler kehrt in die Fraktion zurück.

Wolfgang Thielemann (parteilos), zur Wahl noch für die Perspektive angetreten, wechselt mit sofortiger Wirkung im Chemnitzer Stadtrat die Bank. Wolfgang Thielemann unterschrieb heute seinen Eintritt in die Faraktion der Chemnitzer FDP im Stadtrat. Er sieht, in der nunmehr aus fünf Mitgliedern bestehenden Fraktion größere Chancen etwas mit Perspektive
und Weitsicht umzusetzen als in der Wählervereinigung Perspektive für die er ohne Fraktion in den Stadtrat eingezogen ist. Ein zusammengehen mit der PDS oder Bündnis 90/ Die Grünen kommt für ihn prinzipiell nicht in Frage.

Wir sind sehr froh über die Entscheidung von Wolfgang Thielemann. Durch unsere nun noch stärkere Fraktion können wir sowohl in Ausschüssen, als auch im Stadtrat selbst den Extremen konstruktiv Paroli bieten.“ so Wolfgang
Meyer, Fraktionschef der Liberalen.

Presse:
Morgenpost

Simsalabim – da war der dritte Sitz im Stadtrat hin
Tolle Perspektive!
Von Petra Pape

Simsalabim – da waren’s nur noch zwei. Zauberer Wolfgang Thielemann (58, parteilos) hat die Wählergemeinschaft Perspektive verlassen. Der frisch gebackene Stadtrat wechselte gestern überraschend zur FDP-Fraktion. Die hat jetzt fünf Sitze im Rat, die Perspektive nur noch zwei.

Der Entschluss sei kurz nach der Wahl bei ihm gereift, so Thielemann zur Morgenpost. „Ich bin Geschäftsmann und habe in der FDP viele Parallelen gefunden“, meinte der Zauberkünstler, der u. a. in einer Revue im Grünaer Kulturhaus auftritt und in der Zwickauer Straße einen Kostümverleih (ehemals Artistenkasino) betreibt.

Die Liberalen freuten sich über den unerwarteten Wechsel. „Er sieht in der FDP-Fraktion größere Chancen, etwas mit Perspektive und Weitsicht umzusetzen, als in der Perspektive“, so Eduard Jenke vom FDP-Kreisverband. Die Wählervereinigung Perspektive war am Sonntag mit nur drei Kandidaten und deshalb ohne Fraktion in den Stadtrat eingezogen. Gründer Sieghard Bender hält deshalb ein Zusammengehen mit der PDS (15 Sitze) und den Bündnisgrünen (drei Sitze) für denkbar. „Das kam für Herrn Thielemann prinzipiell nicht infrage“, so FDP-Fraktions-Chef Wolfgang Meyer.

Seit der Raffke-Affäre um Rathaus-Personalrats-Chefin Sabine Lange und dubiosen Flugblättern (Morgenpost berichtete) war die Perspektive immer wieder in die Kritik geraten. Auch ein Grund für Thielemann zu gehen? Perspektive-Chef Bender lehnte gestern ein Gespräch mit der Morgenpost ab.

Datum: 20040616