Vor der Wahl Perspektive nach der Wahl perspektivlos. Im Stadtrat zählt nicht das Parteibuch sondern Chemnitz

Die aktuelle politische Entwicklung der SPD in Chemnitz ist ein Spiegelbild der Bundesregierung und Bundes- SPD in mehrfacher Hinsicht.

Wenn Sieghard Bender, jahrelanges (Noch-) Mitglied der SPD, kurz vor den Wahlen meint einen Abkömmling der SPD oder ähnliches gründen zu müssen, um Nichtwähler zum wählen zu animieren, macht er es der Bundesregierung gleich. Für längst er- und bekannte Probleme mal eben eine Kommission einberufen. „Dem Bürger wird wieder einmal etwas als was ganz großes verkauft, was zum Schluss nur leere Versprechen sind.“, so Wolfgang Lesch, Kreisvorsitzender der Chemnitzer FDP.
Wenn Herr Bender des weiteren der Meinung ist, die Liberalen – was die Zusammenarbeit anbelangt – kommunal mit den Republikanern gleich stellen zu müssen (Beitrag Freie Presse 23.03.04), ist es seine freie gewerkschaftlich geprägt Ansicht, jedoch sollte er nicht vergessen, dass es im Stadtrat nicht um
Parteibücher geht sondern um Chemnitz. In diesem Zusammenhang verweist Lesch darauf, dass man klarer von Kommunal- und Bundespolitik trennen sollte. „Es geht hier nicht darum die Ansichten der Bundesparteien auf die Kommune herunter zu brechen und rosafarben auszulegen sondern die Region nach vorn zu bringen. „Wenn ich jedes Mal wenn die Bundespartei hustet in Chemnitz eine Schnupfen bekomme, könnte ich gleich austreten.“ so Lesch, über die Trennung von Bundes- und Kommunalpolitik.
Lesch weißt abschließend auf den Arbeitskreis „Liberale Arbeitnehmer“ der sich im Gegensatz zur Benderschen „Perspektive“ (Name der im Raum stehenden Initiative) mit real lösbaren Themen beschäftigt und Lösungsansätze erarbeitet ohne gleich eine neue Partei oder Initiative zu gründen.

Die Chemnitzer Liberalen sind weder blind noch unsozial und reden nicht nur über die Probleme. „Herr Bender sollte endlich einsehen, dass vor dem Verteilen, das Erwirtschaften kommt.“

Datum: 20040423