Zastrow: FDP braucht Westerwelle und Möllemann

Im Streit um den nordrhein-westfälischen FDP-Landesvorsitzenden Jürgen W. Möllemann hat die sächsische FDP die Partei aufgerufen, eine „Last-Minute-Lösung“ zu finden. Wie der Landesvorsitzende der Sachsen-FDP Holger Zastrow nach einer Konferenz der sächsischen FDP-Kreisvorsitzenden in Dresden erklärte, sorge der zwischen Parteichef Guido Westerwelle und Möllemann ausgetragene Konflikt zunehmend für Unverständnis und Unmut an der Basis. Kaum jemand an der sächsischen Parteibasis könne nachvollziehen, wieso der Streit derartige Ausmaße angenommen habe. Der bisher entstandene Flurschaden müsse eingegrenzt werden. „Wenn die FDP eine Partei fürs ganze Volk sein möchte, muss sie mit unterschiedlichen Positionen und Charakteren in den eigenen Reihen klarkommen“, sagte Zastrow. Eine Entscheidung „ich oder er“ stehe nicht an. Die FDP brauche Westerwelle und Möllemann.

Zastrow forderte Möllemann und Westerwelle auf, über ihre Schatten zu springen. Die FDP könne es sich nicht leisten, auf einen ihrer zwei wirkungsvollsten Politiker zu verzichten. Zudem müsse die Bundes-FDP endlich die Kraft finden, über Möllemann hinaus das schlechte Wahlergebnis auf Bundesebene zu analysieren. „Es gibt weit mehr Gründe für die Wahlniederlage als Möllemann“, sagte Zastrow.

Die Sachsen-FDP erzielte bei der Bundestagswahl ein Landesergebnis von 7,3 Prozent. Mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent gegenüber 1998 ist die sächsische FDP der Landesverband mit den größten Zuwächsen innerhalb der Freien Demokraten. Im Vergleich zur Landtagswahl 1999 (1,1 Prozent) konnten die Liberalen sogar um 6,2 Prozent zulegen.

Datum: 20021006