Wie weit reicht die Solidarität eines Arbeitgebers mit den Hochwasseropfern?

Nimmt man sich als Vorbild einen der größten Arbeitgeber der Stadt, die Stadt Chemnitz selbst, so zeigt sich schnell, dass diese Frage bürokratisch vom Schreibtisch und ohne Emotion beantwortet wird. Von einem grossteil privatwirtschaftlicher Unternehmen wird stillschweigend erwartet, ihren Angestellten die Möglichkeit zugeben, ohne Lohneinbußen, eine Selbsthilfe oder Nachbarschaftshilfe zu leisten. Sobald es dann aber bei städtischen Angestellten zu, sich aus diese schlimmen Situation ergebenden, Umständen kommt, stellt sich die Stadt teilweise quer. Entweder man setzt Überstunden ab oder man nimmt Urlaub. Eine sehr soziale Entscheidung.
Auch wenn die Stadt Chemnitz mit den ihr anvertrauten Steuermitteln sehr sparsam umgehen muss, sollte man hier eine Lösung mit Augenmaß anstreben. „Wir fordern die Stadt auf, den Mitarbeitern die vielleicht ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, die auf Grund der katastrophalen Situation ihren Arbeitsplatz nicht oder nicht rechtzeitig erreichen konnten, nicht noch zusätzlich durch Mehrleistungen oder Überstunden zu bestrafen.“ so Wolfgang Lesch. Die nachträgliche Lohnfortzahlung wäre einen Motivation die liegengebliebene Arbeit im Sinne des Unternehmens schnellstens aufzuarbeiten. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliches handeln, dass einer sozialdemokratisch geführten Stadt nicht fremd sein dürfte!

Datum: 20020816