Kassen leer, aber Brunnen muß her

Eigentlich sollte man denken, dass man sich Luxus nur in Zeiten leistet, wenn man es auch kann. Also erst dann wenn andere Dinge gelöst bzw. bezahlt sind. Anders sehen es wohl einige Stadträte. Als man sich 2000 vornahm in diesen Tagen über einen Brunnen zu besinnen, hatte man sicher nicht die Vorstellung welch Diskussions- und Streitpotential ein solcher haben kann, auch war die Ebbe in den Kassen weniger gravierend. Es war legitim eine Fachjury heranzuziehen, allerdings hätte auch dem Bürger der Stadt dabei auf dem Mund geschaut werden bzw. man ihn in die Entscheidung direkt einbeziehen sollen. Da sich die Stadt selbst ein Ei in Nest gelegt hat und ein weiteres unsinniges Projekt (nach der Wandererhalle, mit deren Geld man die Stadt mir Brunnen hätte zubauen können) plant und mit aller Gewalt durchsetzen will, scheint es uns gut zu gehen. Es stellt sich allerdings die Frage warum man auf der einen Seite über 320.000 € zur Verfügung stellen kann, für „Vielleicht- Tourismusmagneten“ und auf der anderen Seite Einrichtungen mit Potential und Nachfrage (z.B. Parkeisenbahn, Schulbiologiezentrum, Haus Arthur) klein spart. Wenn der Fraktionsvorsitzende der SPD im Rathaus meint wir würden uns durch die Nicht-Aufstellung eines Brunnens zur Provinz erklären, so sieht er nur seine eigene Meinung in dem Ausspruch vertreten. Chemnitz sollte bevor es durch einen Brunnen – nach außen – von sich reden macht, sich erst einmal um seine Bürger und den Nachwuchs kümmern ohne die es zu einer Provinz verkommen würde. Wolfgang Lesch, Kreisvorsitzender der FDP, bekräftigt den Vorschlag der FDP Stadtratsfraktion nach einem Verwurf des Brunnenprojektes und einer Investition des Geldes in die Sparliste öffentlicher Einrichtungen.

Eduard Jenke

Datum: 20021110