Chemnitz: Diskussionsveranstaltung zur PISA-Studie

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Über diesen Ausspruch waren sich die Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung, der Chemnitzer FDP zur PISA- Studie am 31.01.02 im Hotel „Europa“ einig. Und die Anwesenden mussten es wissen, denn schließlich sind viele von ihnen aktive Pädagogen oder auch in führender Position der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die anhaltende Demotivation sowohl bei überforderten Lehrern als auch bei teilweise unter- und überforderten Schülern mag eine Seite der Bildungsmisere sein, die fehlende Erziehung durch die Eltern – bedingt durch deren Arbeitszeiten – die andere.

Während sich Lehrer in der unterrichtsfreien Zeit verstärkt um die Fortbildung ihrer pädagogischen Fähigkeiten bemühen sollten (die fachliche Kompetenz steht außer Frage) und ihre Selbständigkeit gegenüber den Ministerien gestärkt werden müsste, sollten Eltern ihren Kindern mehr die Fähigkeit vermitteln sich selbstständig Wissens zu beschaffen und anzueignen. Die Motivation zum lebenslangen Lernen sollte sich aus dem Vorbild der Gesellschaft entwickeln. „Die Bürokratie“, so der Sprecher der GEW, „schränkt die Freiheit der Lehrer in der Stundenplanung und Gestaltung ein“.

Einigkeit herrschte in der Ansicht, dass bestehende Schulbilder nicht komplett zu reformieren sind, sonder mit „neuen“ Lernmethoden gekoppelt werden müssen, um eine zukunftsfähige Wissensvermittlung zu gewährleisten. Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang ein ausgewogenes Verhältnis aus Frontal- und Projektunterricht.

Für viele Vorschläge gibt es in der Bevölkerung, nicht nur auf Grund der Veröffentlichung der PISA-Studie, ein offenes Ohr. Doch beim Sparkurs der Bundesregierung wird auch am ehemaligen deutschen Exportschlager, dem Wissen und der Bildung, nicht halt gemacht. „Die FDP fordert eine Investition in die Zukunft, eine Investition in die Bildung, sonst stehen wir eines Tages schräger als der gleichnamige Turm der Studie da und dies ohne Rettungsanker“ so der Bildungspolitische Sprecher der Chemnitzer Liberalen, Uwe Mahn

Datum: 20020201